Erstmal Marathon laufen - und dann?

Noch 343 Tage bis Rainer Ziplinsky, Gründer von ZIPPEL’S Läuferwelt noch einmal einen Marathon laufen will. Und das mit 70 Jahren! Er hat sich hohe Ziele gesetzt und ist fest entschlossen, die 42,195 Kilometer in unter 3:30 Stunden zu schaffen. In diesem Blog berichtet er über seine Vorbereitung, seine Ziele und von den Höhen und Tiefen, dass das Lauftraining mit sich bringt.

Ich erhielt die letzten Tage sehr viele Zuschriften und persönliche Nachrichten, wobei es in erster Linie darum ging, dass sich Menschen motiviert fühlten, wieder mit dem Laufen zu beginnen oder sich Ziele zu setzen. Viele wünschten mir viel Glück und Erfolg und kündigten an, in Hamburg an der Strecke zu stehen und mich zu begleiten. Andere wiederum hatten Angst um mich und baten, dass ich auf mich und meine Gesundheit achten möge. Es gab auch Zuschriften mit der Frage, warum ich mir das antäte. Ich müsse mir doch nichts mehr beweisen. Es wurde auch gefragt, ob ich in einigen Gruppen mitlaufen oder Vorträge halte könnte.

Das muss ich für mich jetzt erst einmal ein wenig sortieren. Noch ist auch alles etwas verfrüht, da ich mit der Vorbereitung gerade erst begonnen habe. Auf jeden Fall bedanke ich mich herzlich für die große Resonanz und die damit verbundenen Wünsche und Anregungen. Fragen, die mir in den Zuschriften gestellt wurden, werde ich im Rahmen der Blogs versuchen zu beantworten. Eine Frage wurde mir mehrfach gestellt.

Werde ich auch wieder Wettkämpfe laufen?

Ich denke gerne an meine Zeit als Leistungsläufer zurück und möchte sie nicht missen: Die Reisen, die vielen Freunde und Trainingskollegen, die Freude über gute Leistungen und Erfolge, die Selbstzweifel bei Niederlagen oder schlechten Leistungen. Deshalb würde ich es heute genauso wieder machen wie vor 50 Jahren. Die Zeit hat mich sehr geprägt. Sie hat mir vieles als Rüstzeug für mein weiteres Leben mitgegeben. In meinem Privat- und Berufsleben gab es nicht nur Hochs, sondern auch Tiefs, wie vermutlich bei den meisten anderen Menschen auch. Ich behaupte mal, dass ich diese nur bewältigen konnte, weil ich durch das Laufen gelernt habe, mit Niederlagen fertig zu werden und mich immer wieder neu anzutreiben und zu motivieren. Laufen hat mich gelehrt, durchzuhalten und für eine Sache zu kämpfen und nicht aufzugeben.

Nun noch einmal zurück zur Frage, ob ich auch Wettkämpfe laufen werde: Ich denke, unabhängig von Covid-19, nein! So schön die Zeit war, sie war auch anstrengend: Jedes Wochenende bei einem Wettkampf; die Anspannung schon am Abend vorher; die ständige Kontrolle, ob ich in Form bin. Diese Anstrengung möchte ich mir heute nicht mehr antun, sondern ich will mit meiner Energie verantwortungsvoll umgehen. Trotzdem muss ich etwas tun, um schneller zu werden. Nachdem ich zum Marathonläufer gereift bin, habe ich kürzere Wettkämpfe als Tempoeinheiten gesehen. Manchmal habe ich innerhalb einer Woche bis zu drei kürzere Bahnwettkämpfe aus dem normalen Training heraus bestritten. Ich erinnere mich zum Beispiel noch an einen 3000-Meter-Bahnlauf am Sonnabend in Hamburg. Am Sonntag bin ich dann 32 Kilometer um den Westensee gelaufen.

Mein aktueller Trainingszustand sagt, ich muss meine Ausdauer verbessern und schneller werden. Um schneller zu werden, werde ich vermutlich ab Juni kurze Trainingsläufe mit maximaler Belastung probieren, wohl wissend, dass Training nicht die Effektivität von Wettkämpfen ersetzt.

Meine Woche

Zu Beginn der vergangenen Woche bin ich nach einem schnellen Lauf am Sonntag 5 Kilometer zur Erholung gelaufen. Am Dienstag folgten dann 8,5 Kilometer. Mittwoch hatte ich einen beruflichen Termin außerhalb Schleswig-Holsteins. Ich hatte meine Laufsachen dabei und wollte im Anschluss des Termins dort laufen. Irgendwie wurde es später und später und schließlich wurde es ein Ruhetag. Himmelfahrt hatte ich dann einen längeren Lauf geplant. Es wurden am Ende 15 Kilometer mit einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 151 bei 5:31 pro Kilometer. Ich weiß aktuell nicht, wo meine derzeitige maximale Herzfrequenz liegt, aber der Wert muss nahe an 100 Prozent gelegen haben. Mein Eindruck, dass meine Herzfrequenz durch das Medikament verrücktspielt, scheint sich zu bestätigen. Ich schließe einmal eine nicht ordnungsgemäß messende Garmin 945 aus. Am Freitag habe ich daraufhin bewusst einen Ruhetag eingelegt. Am Sonnabend und Sonntag bin ich 12 und 10,5 Kilometer in jeweils 5:30 pro Kilometer und mit 126 beziehungsweise 128 Schlägen die Minute gelaufen. Somit wurde es eine Woche mit 51 Kilometer. Diesen Umfang werde ich vermutlich die nächsten 4 Wochen in etwa beibehalten, um dann langsam weiter das Pensum zu steigern.

Auf Instagram und Strava könnt ihr noch mehr über meine Marathonvorbereitung erfahren.

 

Post your comment

Comments

No one has commented on this page yet.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Sie wird nur zur persönlichen Beantwortung von Fragen und bei eventuellen Rückfragen verwendet. Mehr dazu in unseren Informationen zum Datenschutz.