Marathonvorbereitung - Ein grober Plan

Noch 350 Tage bis Rainer Ziplinsky, Gründer von ZIPPEL’S Läuferwelt noch einmal einen Marathon laufen will. Und das mit 70 Jahren! Er hat sich hohe Ziele gesetzt und ist fest entschlossen, die 42,195 Kilometer in unter 3:30 Stunden zu schaffen. In diesem Blog berichtet er über seine Vorbereitung, seine Ziele und von den Höhen und Tiefen, dass das Lauftraining mit sich bringt.

Meine erste Woche in Vorbereitung für den Haspa Marathon 2022 verlief anders als erwartet. Ich bin immer noch etwas durch meine Herpes Zoster Erkrankung Ende März beeinträchtigt und nehme deswegen zurzeit noch Schmerzmittel. Einen Blick auf den Beipackzettel der Medikamente verriet mir, dass sie unter anderem zu einer Veränderung der Herzaktivitäten (Herzrhythmus, Herzfrequenz etc.) führen können. Und genau den Eindruck habe ich beim Laufen: Mein Puls ist beim Laufen unberechenbar. Er springt von 125 auf 170 und wieder zurück. Deshalb beobachte ich meine Herzfrequenz zurzeit intensiver als gewöhnlich. Zum Glück kann ich in der kommenden Woche die verschriebenen Schmerzmittel absetzen und hoffe, dass sich das wieder einpendelt.

Marathonvorbereitung mit 70

Nach einem 8-Kilometer-Lauf mit meinem Sohn Paul

Die Vorbereitung auf die Marathonvorbereitung

In der ersten Woche bin ich an 5 Tagen insgesamt 40,2 Kilometer gelaufen. Kein Vergleich zu meinem wöchentlichen Trainingspensum vor 40 Jahren. Über Jahre bin ich damals regelmäßig 140 Kilometer gelaufen. Ich hatte also eine ordentliche Grundlage und konnte jederzeit mit einer Marathonvorbereitung starten. Ich kannte meinen Körper sehr gut: Ich wusste, wie er auf bestimmte Trainingsformen reagierte und wie die Gewichtung zwischen Belastung und Erholung auszusehen hatte.

Und heute? Ich befinde mich, vorsichtig ausgedrückt, im fortgeschrittenen Alter und ohne diese läuferische Grundlage. Ich weiß nicht, wie intensiv ich mich belasten kann. Ich weiß nicht, wie viel Zeit ich zum Erholen benötige. Als erstes muss ich meinen Körper wieder kennenlernen und herausfinden, wie er auf intensiveres Lauftraining reagiert. Konkret bedeutet das, dass ich mir in den nächsten sechs bis sieben Monaten wieder eine Grundlage antrainiere, um dann von Dezember bis April 2022 in die eigentliche Marathonvorbereitung einzusteigen. Mein Ziel ist es, mein Trainingsumfang bis Dezember auf 80 Kilometer wöchentlich zu steigern, um dann in der Lage zu sein, die Monate vor meinem geplanten Marathon 100-120 Kilometer in der Woche zu laufen.

Leichter gesagt als getan

Ein Problem ist mir bei diesem Plan bewusst geworden: Bei meinem heutigen Leistungsstand ist der Zeitbedarf deutlich höher als früher. Bei 140 Kilometer habe ich früher täglich 75-80 Minuten trainiert. Heute würde ich bei diesem Umfang jeden Tag 45 Minuten mehr benötigen. Ich werde zeitlich genau so viel Zeit für mein Training aufwenden wie früher, nur werde ich 30-40 Prozent weniger Trainingskilometer abspulen.

Das hat wiederum zur Folge, dass ich mein Zeitmanagement überdenken muss. Ich habe die letzten Jahrzehnte 60-80 Stunden die Woche gearbeitet. Mein Beruf und ZIPPEL’S Läuferwelt stand immer an erster Stelle. Wie oft bin ich nicht gelaufen, weil wichtige Termine anstanden. Wie oft bin spät von der Arbeit gekommen und hatte familiäre Pflichten oder keine Energie zum Laufen. Das wird sich jetzt ändern, denn schließlich bin ich offiziell Rentner mit einem ordnungsgemäßen Ausweis. Mein Arbeitgeber wird verstehen müssen, dass ab jetzt mein Lauftraining Priorität hat. Ich werde zukünftig meinen Terminplan meinem Training anpassen und nicht umgekehrt. Ich bin schon gespannt, wie mein Netzwerk reagieren wird, wenn meine Mitarbeiter die Auskunft geben: „Herr Ziplinsky ist beim Training.“ - „Was, um diese Zeit?“

Es bleibt spannend: Ich bin neugierig, was mein Körper noch leisten kann und ob er möglicherweise noch Dinge von früher abgespeichert hat.

Was haltet ihr von meiner ersten groben Planung für die Marathonvorbereitung?

Auf Instagram und Strava könnt ihr noch mehr über meine Marathonvorbereitung erfahren.

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Comments

  • Hallo Rainer, Du schreibst sehr schön, ehrlich, selbstkritisch und auch ein wenig zum Schmunzeln. Ich habe viel Respekt vor der Herausforderung, der Du Dich stellst. Es ist gut, wenn Du intensiv in Dich hinein hörst und achtsam mit Dir bist. Werde und bleibe gesund. Ich freue mich auf die nächsten Einträge. LG, Stephanie

    Posted vor 37 Tage by Stephanie

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