Der Kopf läuft mit

Noch 56 Tage bis Rainer Ziplinsky, Gründer von ZIPPEL’S Läuferwelt noch einmal einen Marathon laufen will. Und das mit 70 Jahren! Er hat sich hohe Ziele gesetzt und ist fest entschlossen, die 42,195 Kilometer in unter 3:30 Stunden zu schaffen. In diesem Blog berichtet er über seine Vorbereitung, seine Ziele und von den Höhen und Tiefen, dass das Lauftraining mit sich bringt.

Datum Strecke Pace Herzfrequenz Anstieg
21.02. verletzt       
22.02. 5,4 km 5:43 min 128  
23.02.

5,3 km

5:37 min 131  
24.02. 5,8 km 5:38 min 119  
25.02. Pause      
26.02. 10 km 5:29 min 126  
27.02. 8,3 km 5:51 min 133  
Nach drei Wochen Laufpause wollte ich an meinem 70. Geburtstag unbedingt wieder laufen. Solange ich denken kann, beschenke ich mich an meinem Ehrentag mit einem

schönen und besonderen Lauf. Dieses Mal lief ich zwar nur 5,5 Kilometer, aber nach der Verletzungspause war es ein besonderer Lauf für mich. Wie ich schon beim letzten Mal schrieb, hat mich die Behandlung bei Dirk Werner vorerst beschwerdefrei gemacht. Und tatsächlich spürte ich beim Laufen keinerlei Schmerzen. Dennoch konzentrierte ich mich die gesamte Laufstrecke über auf meinen linken Oberschenkel und wartete förmlich darauf, dass sich meine Muskulatur bemerkbar machen würde. Der Kopf läuft halt immer irgendwie mit. Die beiden nächsten Tage lief ich ebenfalls jeweils gut 5 Kilometer. Ich war froh und dankbar zugleich, dass ich wieder laufen konnte. Am Freitag flog ich zurück nach Teneriffa und hatte dadurch zwangsläufig einen Ruhetag. Ursprünglich hatte ich eine größere Feier anlässlich meines runden Geburtstags geplant und wäre dafür nach Kiel gereist. Aufgrund der Pandemie und der dadurch eingeschränkten Möglichkeiten hatte ich die geplanten Feierlichkeiten mittlerweile aber abgesagt. Inzwischen unterbrach ich meinen Aufenthalt auf Teneriffa hauptsächlich zur Behandlung meiner Oberschenkelprobleme.

Am Sonnabend und Sonntag steigerte ich meinen Laufumfang auf zehn beziehungsweise acht Kilometer. Leider spürte ich am Sonntag wieder ein leichtes Ziehen im Oberschenkel, sodass ich nach einem Kilometer stehen blieb. Was nun tun? War es das schon wieder? Ich entschied mich für einige Dehnübungen und trabte danach langsam wieder an. Und siehe da, ich konnte noch weitere sieben Kilometer laufen. Zwar spürte ich weiter ein Ziehen in meinem Oberschenkel, aber es waren keine Schmerzen und die Beschwerden verschlechterten sich nicht. Ich lief langsam und experimentierte gelegentlich mit meinem Laufstil. So verlagerte ich immer mal wieder mein Gewicht, änderte die Schrittlänge und lief zeitweise auf meinem Vorfuß. Da Dirk Werner mir durchaus beipflichtete, es mit dem Laufen zu versuchen, hatte ich die nötige Unterstützung und Sicherheit, nichts falsch zu machen. Schließlich hatte ich auch keine Verletzung wie zum Beispiel einen Muskelfaserriss, die auf jeden Fall eine Ruhepause erfordert hätte. Meine Probleme sind ausschließlich Muskelverhärtungen, Verspannungen und Disbalancen, die ich durch einige Übungen speziell im Bereich der Muskeldehnung einschränken oder gar beheben kann. Daher werde ich versuchen, mein Training wieder aufzunehmen und die Belastung behutsam zu steigern. Ob das allerdings eine ausreichende Vorbereitung für meinen Marathon ist, muss ich bezweifeln. Ich bewege mich wieder und laufe einige Kilometer. Im Grunde habe ich bis jetzt vier wichtige Wochen der Vorbereitung verloren und auch den März werde ich nicht wie ursprünglich geplant nutzen können. Unverändert habe ich nach wie vor verschiedene Szenarien vor Augen und lasse die Dinge auf mich zukommen.

Von gezielter Planung kann keine Rede mehr sein, da ich nun von Tag zu Tag plane. Trotzdem habe ich mich letzte Woche für den Hamburg Marathon angemeldet, um mir die Option der Teilnahme zu erhalten. Falls ich am 24. April beschwerdefrei sein sollte, würde ich möglicherweise doch noch teilnehmen, auch mit der Gewissheit, dass ich mein Ziel nicht erreichen kann. Vielleicht beende ich dann, wenn überhaupt, den Marathon mit vier Stunden. Ich hätte mein Ziel damit klar verfehlt, aber es wäre für mich dennoch keine Niederlage. Zurzeit favorisiere ich, dass ich dann in diesem Jahr auf jeden Fall einen weiteren Versuch unternehmen würde, um mein Ziel doch noch zu erreichen. Trotz meiner aktuell misslichen Situation habe ich eines bisher dennoch erreicht: Ich habe wieder großen Spaß daran, gezielt zu trainieren und mich mit meinem Training und meiner Leistungsfähigkeit zu beschäftigen.

Auf Instagram und Strava könnt ihr noch mehr über meine Marathonvorbereitung erfahren.

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