Marathon: Training nach Gefühl

Noch 245Tage bis Rainer Ziplinsky, Gründer von ZIPPEL’S Läuferwelt noch einmal einen Marathon laufen will. Und das mit 70 Jahren! Er hat sich hohe Ziele gesetzt und ist fest entschlossen, die 42,195 Kilometer in unter 3:30 Stunden zu schaffen. In diesem Blog berichtet er über seine Vorbereitung, seine Ziele und von den Höhen und Tiefen, dass das Lauftraining mit sich bringt.

Nach meinem Lauf am letzten Sonntag über 18 Kilometer hatte ich mir eine Blase an der linken Ferse gelaufen. Deshalb habe ich am Montag eine Laufpause eingelegt und bin erst wieder am Dienstag gelaufen. Durch diese erneute Belastung wurde die Haut natürlich wieder an derselben Stelle gerieben und somit der Zustand der Blase verschlechtert. Daraufhin habe ich am Mittwoch noch einmal pausiert, mir aber dann eine Packung Compeed Pflaster gekauft. Diese Pflaster wurden für eine sofortige Schmerzlinderung und eine beschleunigte Wundheilung entwickelt. Zusätzlich soll eine spezielle Struktur des Pflasters mehr Polsterung bieten und somit bei starken Belastungen vor Druck und Reibung schützen. Mit diesem Pflaster habe ich dann am Donnerstag wieder trainiert. Des Weiteren habe ich einen Laufschuh der Marke Topo, Modell Cyclone, benutzt, der keine Fersenkappe hat und damit in dem Bereich des Schuhs sehr weich ist. Mit diesen beiden Maßnahmen konnte ich sehr gut und vor allem schmerzfrei laufen, sodass mein Problem gelöst war. Nach einem weiteren Trainingslauf am Freitag über gut 13 Kilometer habe ich am Sonnabend den dritten Tag in der Woche eine Pause eingelegt. Der Grund dafür war, dass ich für den darauffolgenden Sonntag eine längere Strecke geplant hatte. Und somit lief ich dann von Strande nach Kiel. Am Ende zeigte meine Garmin 945 21,11 Kilometer an und ich bin einen Halbmarathon gelaufen. Die Distanz war tatsächlich Zufall und nicht geplant. Ich wäre genauso gut 19 oder 22 Kilometer gelaufen. Mir ging es lediglich um einen Lauf von etwa 2 Stunden. Mit einer Endzeit von 1:55,07 Stunden, was einen Kilometerschnitt von 5:27 Min. entspricht, bin ich allerdings deutlich schneller gelaufen als gewollt.

Ich laufe aktuell nach Gefühl und nicht nach Werten wie die Herzfrequenz und hatte immer den Eindruck der Leistungsreserve, um im Tempo jederzeit zulegen zu können. Ich schaue allerdings schon nach jedem gelaufenen Kilometer auf die Uhr, aber das verändert nicht mein Laufverhalten und ich werde weder schneller oder langsamer aufgrund der angezeigten Zwischenzeiten. Wenn ich am Sonntag nach meiner Herzfrequenz gelaufen wäre, hätte ich eigentlich aufhören müssen. Meine Garmin zeigte am Ende eine Durchschnittsherzfrequenz von 160 Schlägen an, als Spitzenwert sogar 180 Schläge. Da ich rechnerisch eine maximale Herzfrequenz von 150 und die bei meiner Leistungsdiagnostik vom 27. Mai ermittelte, von 151 habe, gehe ich davon aus, dass die Messung fehlerhaft war. Ich bin ausnahmsweise ohne Brustgurt gelaufen, sodass die Messung am Handgelenk stattgefunden hat. Vielleicht lag darin der Fehler.
 
Nachdem ich in den vergangenen Wochen meistens Läufe bis 10, gelegentlich 12 Kilometer absolviert habe, bin ich in den letzten zehn Tagen zweimal 18 Kilometer und einmal 21 Kilometer gelaufen. Mein Plan war ursprünglich vorrangig, bis zum Herbst wieder das regelmäßige Laufen zu lernen und einen Grundstock für die eigentliche Marathonvorbereitung ab etwa November zu legen. Zwei Stunden Läufe hatte ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht geplant. Jetzt bin ich mir tatsächlich nicht sicher, ob ich weiterhin schon Läufe im Zwei-Stunden-Bereich absolvieren soll. Aber da muss ich abwarten, wie mein Körper letztendlich auf die Belastung reagiert. Grundsätzlich ist jeder gelaufene Kilometer für die Vorbereitung auf einen Marathon gut. Deswegen tendiere ich doch dazu, jetzt schon längere Läufe in mein Training einfließen zu lassen. Zumal meine Erfahrungen von früher die sind, dass mein Körper auf Läufe im Bereich von 1:45 Stunden besonders positiv reagiert hat. Meine längsten Vorbereitungsläufe waren damals 32 Kilometer lang. Diese bin ich regelmäßig zwischen 1:52 und 2:10 Stunden gelaufen, also etwa in der Zeit, in der ich am Sonntag die Halbmarathondistanz gelaufen bin. Oder andersherum, für die 32 Kilometer würde ich heute drei Stunden und mehr benötigen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir nicht vorstellen, noch länger zu laufen. Drei Stunden stellen für mich die maximal vorstellbare Länge da.

 

Wochenkilometer: 57,1 km

Kilometer insgesamt: 768,4 km

Auf Instagram und Strava könnt ihr noch mehr über meine Marathonvorbereitung erfahren.

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Comments

  • Respekt vor Ihrer Leistung! Und das mit 70 Jahren! Andererseits muss ich sagen das nicht besser, eher bin als ein 70 jähriger

    Posted vor 27 Tage by Stephan

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